Großfläche, Litfaßsäule, City-Light-Poster: Analoge Plakate sind das Fundament der Außenwerbung. Sie hängen rund um die Uhr, beleuchtete Formate sind auch nachts sichtbar, und sie erreichen Menschen dort, wo sie täglich unterwegs sind. Doch Plakat ist nicht gleich Plakat. Die Werbeträger unterscheiden sich in Größe, Standort, Buchungsweise und darin, wen sie in welcher Situation erreichen. Hier stelle ich die wichtigsten analogen Werbeträger vor und sage, wofür sie sich eignen. Die digitalen Formate stelle ich im Beitrag zu den digitalen Werbeträgern vor.
Großfläche (18/1)
Der Klassiker an Straßen und Plätzen, 356 × 252 cm groß. Die Bezeichnung 18/1 kommt daher, dass die Fläche so groß ist wie 18 Bogen im Format DIN A1. Mit rund 140.000 Stellen ist die Großfläche der größte Werbeträger in Deutschland. Sie wird meist dekadenweise gebucht und lässt sich gezielt als Einzelstelle auswählen, bundesweit, regional oder lokal. Das macht sie zum Arbeitstier für Reichweite in der Fläche.
Ganzsäule und Allgemeinstelle
Die Litfaßsäule gibt es in zwei Varianten. Bei der Ganzsäule gehört die ganze Säule einer einzigen Marke. Sie steht oft in Innenstädten und Wohngebieten, ist rundum sichtbar und wirkt durch ihre Präsenz im Nahbereich. Geklebt wird sie meist mit Plakaten im Format 6/1 oder 8/1, also aus sechs oder acht Bogen im Format DIN A1. Je nach Säule wiederholt sich das Motiv dabei mehrfach rundherum. An der Allgemeinstelle hängen dagegen viele kleinere Plakate nebeneinander, typischerweise in A1 oder A0. Sie ist der klassische Ort für Veranstaltungen, Kultur und lokale Angebote und wird meist im Netz gebucht. Warum die Säule nach über 170 Jahren noch zum Stadtbild gehört, steht im Beitrag zur Litfaßsäule.
City-Light-Poster (4/1)
Das hinterleuchtete Plakat im Stadtmobiliar, vor allem in Wartehallen an Haltestellen, rund 119 × 175 cm groß. Es steht auf Augenhöhe, ist nah an den Menschen und wirkt durch die Beleuchtung auch abends. Mit rund 87.000 Flächen ist das City-Light-Poster nach der Großfläche der zweitgrößte Werbeträger. Gebucht wird es meist wochenweise und im Netz, also als Paket vieler Stellen in einer Stadt.
City-Light-Board und Mega-Light
Großformatig wie die Großfläche, aber hinterleuchtet, verglast und oft an besonders frequentierten Straßen. Mit gut 5.000 Stellen ist das Format deutlich knapper als die Großfläche, dafür auffälliger und hochwertiger in der Anmutung. Es wirkt auch bei Dunkelheit und wird meist wochenweise gebucht, als Netz oder als ausgewählte Einzelstelle.
Analoge Plakate sind nicht wegzuklicken. Sie hängen rund um die Uhr und wirken durch Wiederholung im Alltag.
Wie analoge Plakate gebucht werden
Analoge Plakate werden geklebt, und das braucht Planung. Deshalb gibt es feste Termine: Großflächen und Säulen laufen in Dekaden von rund zehn Tagen, City-Light-Formate meist im Wochentakt. Wie Dekade, Klebeblock und Dekadenplan zusammenhängen, erkläre ich im Beitrag Plakatwerbung buchen. Wie die Leistung einer einzelnen Stelle bewertet wird, steht im Beitrag zu PpS.
Weitere analoge Werbeträger
- Verkehrsmittelwerbung: Werbung in und auf Bussen, Bahnen und Taxis, von der Ganzgestaltung bis zum Plakat im Innenraum. Mehr dazu im Beitrag zur Trendanalyse Verkehrsmedien.
- Riesenposter: Sehr große Motive an Baugerüsten und Fassaden, meist in Innenstädten und für einen begrenzten Zeitraum. Sie fallen auf, sind aber genehmigungspflichtig und nur begrenzt verfügbar.
- Sonderwerbeformen: Alles, was nicht in eine Standardform passt, von Bodenaufklebern über Projektionen bis zu Inszenierungen im Raum. Gut für Aufmerksamkeit, aber mit mehr Vorlauf.
Die analogen Werbeträger im Vergleich
| Werbeträger | Format | Buchung | Bestand |
|---|---|---|---|
| Großfläche (18/1) | 356 × 252 cm, Papier | Dekade, meist Einzelstelle | ca. 140.000 |
| Ganzsäule | ganze Litfaßsäule, eine Marke, Plakate in 6/1 oder 8/1 | Dekade, Einzelstelle | ca. 13.800 |
| Allgemeinstelle | Säulen und Tafeln für kleine Plakate (A1, A0) | Dekade, Netz | ca. 18.200 |
| City-Light-Poster (4/1) | hinterleuchtet, rund 119 × 175 cm | Woche, Netz | ca. 87.000 |
| City-Light-Board / Mega-Light (18/1) | hinterleuchtet, 356 × 252 cm | Woche, Netz oder Einzelstelle | ca. 5.400 |
Wie viele Plakatstellen gibt es in Deutschland?
Der Bundesverband Aussenmedien (B|A|M, damals noch Fachverband Aussenwerbung, FAW) zählt die vermarkteten Stellen. Zuletzt waren es knapp 273.000 Plakatstellen, analog und digital zusammen. Die klassischen Formate werden leicht weniger, digitale City-Light-Poster haben sich von 2023 auf 2025 fast verdreifacht.
Mehr dazu: Die vollständigen Zahlen seit 2021 und die Frage, wer die Stellen in Großstädten und auf dem Land vermarktet, findest du im Beitrag Plakatstellen in Deutschland: Wie viele gibt es, und wer vermarktet sie?
Was heißt das für deine Planung?
- Vom Ort aus denken, nicht vom Format. Wo ist deine Zielgruppe unterwegs, und in welcher Situation: im Auto, zu Fuß, beim Warten an der Haltestelle?
- Reichweite und Nähe kombinieren. Großflächen bringen Reichweite in der Fläche, City-Light-Poster und Säulen sind nah an den Menschen.
- Akzente setzen. Mega-Lights und Riesenposter fallen auf und eignen sich für die Hauptstraßen einer Stadt oder einen starken Kampagnenstart.
- Die Buchungslogik einplanen. Dekade oder Woche: Jeder Werbeträger hat seinen eigenen Takt, und das beeinflusst den Starttermin deiner Kampagne.
Welches Thema soll ich mir als Nächstes anschauen? Schreib mir.

