Digitale Außenwerbung verbieten? Warum Standards besser sind als Verbote

Digitaler Screen mit Sonne und Mond als Symbol für Helligkeitssteuerung und Abschaltzeiten

Immer öfter gibt es Stimmen, die fordern, digitale Screens in unseren Städten einzuschränken oder ganz zu verbieten. Die Kritik richtet sich vor allem auf Energieverbrauch, Lichtemissionen und mögliche Ablenkung. Aufgegriffen wurde die Debatte zuletzt auch in einem Beitrag der absatzwirtschaft.

Die entscheidende Frage ist für mich: Hilft ein generelles Verbot tatsächlich weiter?

Was aktuell passiert

  • In Vernier in der Schweiz wurde kommerzielle Plakatwerbung komplett untersagt, bestätigt durch das Bundesgericht.
  • In Zürich hat der Stadtrat im September 2024 den Ausbau digitaler Werbeanlagen bis 2030 gestoppt, ein generelles Werbeverbot aber abgelehnt.
  • In Hamburg setzt sich die Initiative „Hamburg Werbefrei“ für ein Verbot von DOOH ein, obwohl die Nutzung dort schon heute stark reguliert ist.

Was wir brauchen, sind klare Standards und praktikable Regeln. Nicht pauschale Verbote.

Drei Argumente gegen pauschale Verbote

  • Digitale Außenwerbung ist längst Teil moderner Kommunikation. Sie gehört zum Stadtbild ebenso wie zur Mediaplanung.
  • Nachhaltigkeit lässt sich technisch regeln. Helligkeitssteuerung, Abschaltzeiten und die Nutzung von Ökostrom setzen genau bei den Kritikpunkten an.
  • Was wir brauchen, sind klare Standards und praktikable Regeln. Nicht pauschale Verbote.

Ein Medium, das niemanden unterbricht

Thomas Koch hat es im Interview mit der absatzwirtschaft treffend formuliert:

„Außenwerbung ist das einzige Medium, das Marken in die Öffentlichkeit bringt, sichtbar für alle. Und: Es unterbricht niemanden.“

Thomas Koch in der absatzwirtschaft

Anders als Werbung im Stream oder im Feed drängt sich Außenwerbung nicht zwischen Inhalte. Am Ende entscheiden die Menschen selbst, ob sie eine Werbung wahrnehmen oder einfach vorbeigehen.

Fazit

Pauschale Forderungen greifen aus meiner Sicht zu kurz. Die Debatte verdient eine differenzierte Betrachtung: klare Leitlinien, verbindliche Standards und neue Ideen im Umgang mit Außenwerbung statt eines Verbots.

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