Aktueller Stand: Stellenbestand laut B|A|M (damals FAW) aus 2025. Ich aktualisiere den Beitrag, sobald neue Zahlen vorliegen.
Wie viele Großflächen, City-Light-Poster und Säulen gibt es eigentlich in Deutschland, und wer vermarktet sie? Hier sammle ich die wichtigsten Zahlen zum Bestand und zur Anbieterstruktur und ordne sie ein. Wie die einzelnen Werbeträger funktionieren, steht im Beitrag Analoge Werbeträger der Außenwerbung.
Wie viele Plakatstellen gibt es?
Der Bundesverband Aussenmedien (B|A|M, damals noch Fachverband Aussenwerbung, FAW) zählt die vermarkteten Stellen. Zuletzt waren es knapp 273.000 Plakatstellen, analog und digital zusammen. Mit rund 140.000 Stellen sind die Großflächen das größte Format, gefolgt von den City-Light-Postern mit rund 87.000.
| Werbeträger | 2021 | 2022 | 2023 | 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Großflächen (inkl. CityStar) | 141.114 | 139.604 | 141.496 | 140.163 |
| City-Light-Poster | 90.282 | 89.069 | 88.011 | 86.844 |
| Allgemeinstellen | 20.103 | 19.606 | 18.936 | 18.194 |
| Ganzsäulen | 14.319 | 14.340 | 14.134 | 13.793 |
| City-Light-Board / Mega-Light | 6.183 | 5.904 | 5.606 | 5.350 |
| City-Light-Säulen | 2.778 | 2.709 | 2.508 | 2.337 |
| Digitale City-Light-Poster | 1.017 | 1.140 | 1.563 | 4.626 |
| Digitale City-Light-Boards | 557 | 683 | 1.120 | 1.286 |
| Digitale City-Light-Säulen | – | – | – | 373 |
| Gesamt | 276.353 | 273.055 | 273.374 | 272.966 |
Was wächst, was schrumpft?
Der Gesamtbestand ist von 2023 auf 2025 fast unverändert geblieben (273.374 auf 272.966 Stellen). Darunter verschiebt sich aber einiges:
- Klassische Formate werden weniger. Die Großflächen sanken von 141.496 auf 140.163, die City-Light-Poster von 88.011 auf 86.844, die Allgemeinstellen von 18.936 auf 18.194.
- Digitale Plakate legen deutlich zu. Digitale City-Light-Poster sind von 1.563 auf 4.626 Stellen gestiegen, digitale City-Light-Boards von 1.120 auf 1.286. Zusammen mit den 373 digitalen Säulen sind das rund 6.300 digitale Stellen, etwa 2 % des Bestands.
- Bestand ist nicht Reichweite. Die Zahl der Stellen sagt wenig über die Wirkung. Dafür zählen Standort, Sichtbarkeit und Kontakte.
Der Rückgang bei den Großflächen hat eine längere Geschichte. 1996, als ich in die Branche eingestiegen bin, gab es nach meiner Schätzung rund 240.000 Großflächen, heute sind es rund 140.000. Seither wurden nach und nach schlechte Standorte abgebaut und neue, hochwertige Standorte aufgebaut. Weniger Stellen heißt deshalb nicht automatisch weniger Qualität.
Wie groß ist OOH im Werbemarkt?
Laut Nielsen hat die Außenwerbung 2025 Bruttowerbeumsätze von rund 3,56 Milliarden Euro erzielt, nach knapp 3,2 Milliarden Euro im Jahr davor. Der Marktanteil an den Bruttowerbeumsätzen stieg auf 9,9 % (2024: 9,2 %). Es handelt sich um Bruttowerte. Wie sich der Marktanteil entwickelt, steht im Beitrag OOH-Marktanteil: So entwickelt sich Außenwerbung im Werbemarkt.
Wer vermarktet die Stellen?
Der Markt ist konzentriert, aber nicht überall gleich. Ströer ist Marktführer, vor allem in den Großstädten. Unter dem Dach von Ströer läuft dabei mehr als klassische Plakatwerbung: Auch Retail Media wird über Ströer vermarktet, ebenso die Bahnhofswerbung über die Deutsche Eisenbahn-Reklame (DERG).
Beim City-Light-Poster und bei Stadtmöbeln ist das Bild anders. WallDecaux ist hier ein wichtiger Anbieter und fokussiert sich auf hochwertiges Stadtmobiliar in ausgewählten Großstädten. Wall ist eine Tochter von JCDecaux, Wartehallen und weiteres Stadtmobiliar werden den Städten über die Werbung finanziert. Beim City-Light-Poster ist WallDecaux besonders wichtig.
Ströer und WallDecaux prägen die Großstädte. Auf dem Land entscheiden oft andere Vermarkter über die besten Standorte.
Daneben gibt es weitere bundesweit aktive Vermarkter. Sie haben auch in den Großstädten Inventar, sind aus meiner Erfahrung aber vor allem in kleineren Städten und auf dem Land stark und haben dort oft die besten Standorte. Drei der größeren, sortiert nach Zahl der Werbeträger und alle nach eigenen Angaben:
- awk: Vermarkter aus Koblenz mit rund 50.000 klassischen und digitalen Medien, nach eigenen Angaben in 59 % aller Orte vertreten. awk bezeichnet sich als Marktführer für Plakatwerbung am Lebensmitteleinzelhandel, mit rund 7.500 Großflächen (18/1) an relevanten Märkten.
- PLAKATUNION: ein Verbund von 33 Unternehmen mit rund 35.000 Werbeträgern in über 3.700 Städten, gegründet 2004 in Hagen. Nach eigener Darstellung sind nationale Kampagnen über alle Ortsgrößenklassen möglich.
- SCHWARZ-Außenwerbung: Außenwerber aus Konstanz, gegründet 1932, mit rund 25.650 Out-of-Home-Medien in 13 Formaten, von Großfläche über CityLight und Litfaßsäule bis Buswerbung. Nach eigenen Angaben arbeitet das Unternehmen mit 384 Städten und Gemeinden zusammen. Nicht zu verwechseln mit Schwarz Media, dem Retail-Media-Vermarkter von Lidl und Kaufland.
Dazu kommen lokale Anbieter in einzelnen Großstädten, die national keine Rolle spielen, zum Beispiel Hansen in Hamburg oder die Nürnberger Stadtreklame. Außerdem gibt es weitere, kleinere Vermarkter.
Die Angaben zu awk, PLAKATUNION und SCHWARZ-Außenwerbung sind Eigenangaben der Unternehmen.
Was heißt das für deine Planung?
- Wissen, wer wo vermarktet. In den Großstädten sind meist Ströer und WallDecaux die Ansprechpartner. Daneben haben auch awk, PLAKATUNION und SCHWARZ-Außenwerbung Inventar, dazu kommen lokale Anbieter.
- Spezialagenturen nutzen. Für Planungen über mehrere Vermarkter hinweg arbeiten viele Werbungtreibende mit Spezialagenturen.
- Zahlen einordnen. Stellenbestand und Marktanteil sind Kennzahlen zum Angebot. Für die Wirkung zählen Standort, Sichtbarkeit und Reichweite, etwa über die PpS-Werte.
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