Wie entwickelt sich Außenwerbung im deutschen Werbemarkt? Hier sammle ich die Nielsen-Zahlen und ordne sie ein. Die Nettozahlen und den DOOH-Markt im Detail findest du in DOOH-Markt in Zahlen. Ich aktualisiere den Beitrag, sobald neue Zahlen vorliegen. Aktueller Stand: Januar bis August 2026 (vorläufige Nielsen-Werte).
Januar bis August 2026: Wachstum hält an
Nach den vorläufigen Nielsen-Zahlen lagen die Bruttowerbeinvestitionen in Außenwerbung von Januar bis August 2026 bei rund 2,34 Mrd. Euro, nach 2,21 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Das sind 5,8 % mehr, der Gesamtmarkt wuchs um 1,6 %. Der Marktanteil von OOH lag bei 10,8 %, allein im August flossen rund 273 Mio. Euro in Außenwerbung, analog und digital.
Erstes Halbjahr 2026: neuer Höchstwert
Der B|A|M Bundesverband Aussenmedien hat im Juli die Nielsen-Daten für Januar bis Juni 2026 veröffentlicht:
- Die Bruttowerbeinvestitionen in Außenwerbung sind um 5,9 % gestiegen.
- Der gesamte Werbemarkt ist nur um 1,1 % gewachsen.
- Der Marktanteil von OOH liegt bei 10,72 %. Das ist ein neuer Höchstwert.
- Allein im Juni lag das Plus bei 9,5 %, dem stärksten Monat des Jahres.
OOH wächst damit gut fünfmal so stark wie der Markt insgesamt.
Außenwerbung legt gerade in einem schwachen Gesamtmarkt zu.
Warum gerade jetzt?
Ein Teil des Juni-Plus geht sicher auf die Fußball-WM zurück. Große Events bringen Marken auf die Straße. Aber das erklärt nicht das ganze Halbjahr.
Aus meiner Sicht kommen drei Dinge zusammen. Erstens ist die Medienwelt so zersplittert, dass echte Reichweite im öffentlichen Raum wertvoller wird. Zweitens lässt sich OOH heute digital, flexibel und datenbasiert buchen. Das senkt die Hürde für Werbetreibende, die bisher eher online unterwegs waren. Und drittens schauen viele Unternehmen in unsicheren Zeiten genauer hin, wofür sie ihr Geld ausgeben. Da punktet ein Medium, das man nicht wegklicken kann und das niemand mit einem Adblocker ausblendet.
Wie es dazu kam
Erstes Quartal 2026
Im ersten Quartal (Januar bis März) lag der Gesamtwerbemarkt bei rund 8,1 Mrd. € Bruttowerbeumsatz, ein Plus von 0,8 %. Online legte um 10,7 % zu, OOH um 1,8 %. Der Marktanteil von OOH blieb stabil bei rund 10 % (9,9 %). TV bleibt mit Abstand das größte Medium.
Gesamtjahr 2025
Für das Gesamtjahr 2025 zeigten die Nielsen-Zahlen (Bruttowerbeumsätze) folgendes Bild:
- Gesamtmarkt: ca. 35,4 Mrd. €, rund −0,5 % gegenüber Vorjahr
- TV: 16,6 Mrd. €, 46,8 % Marktanteil, etwa −4,2 %
- Zeitungen: 6,0 Mrd. €, +3,8 %
- Online: 4,8 Mrd. €, +1,6 %
- Publikumszeitschriften: 2,3 Mrd. €, −3,7 %
- Radio: 2,1 Mrd. €, +0,3 %
- Kino: 0,1 Mrd. €, −0,8 %
- OOH gesamt: 3,6 Mrd. €, rund 10 % Marktanteil (9,9 %), +9,9 %
Der Markt wächst kaum, aber die Gewichte zwischen den Medien verschieben sich weiter deutlich. Seit dem Sommer 2025 liegt OOH monatlich über der 10-Prozent-Marke, aufs ganze Jahr gerechnet knapp darunter.
Ich begleite diese Entwicklung seit über 25 Jahren. Zu sehen, wie sich Außenwerbung von weniger als 3 % zu einer festen Größe im Mediaplan entwickelt hat, ist schon bemerkenswert.
Was ich dabei im Blick behalten würde
Nielsen misst Bruttowerte, also Listenpreise vor Rabatten. Die Zahlen zeigen die Richtung, aber nicht eins zu eins das Geld, das tatsächlich fließt. Das gilt für alle Gattungen, allerdings mit unterschiedlich hohen Rabatten. Der Vergleich zeigt die Richtung gut, die Marktanteile in echtem Geld können davon abweichen.
Für dich als Werbetreibender heißt das: OOH ist kein Nischenkanal mehr, den man sich leistet, wenn am Jahresende noch Budget übrig ist. Gut jeder zehnte Werbe-Euro fließt inzwischen nach draußen. Für die Planung heißt das: OOH gehört von Anfang an in die Budgetdiskussion, nicht erst ans Jahresende.
Welches Thema soll ich mir als Nächstes anschauen? Schreib mir.

